Bei meiner Arbeit bzw. in den Gesprächen mit Pferdebesitzern kommt auch immer wieder die Thematik der richtigen Haltung oder Optimierung der Haltungsbedingungen zur Sprache und führt oft zu Diskussionen.

Im Laufe von ca. 5000 Jahren Domestikation (und Zuchtauslese) haben sich Pferde zwar an das vom Menschen vorgegebene Leben angepasst, ihre grundlegenden Eigenschaften und Bedürfnisse haben sich aber nicht verändert.


Die Grundbedürfnisse müssen in einer pferde- und verhaltensgerechten Haltung berücksichtigt werden.

 

 

Bewegung, Sozialkontakt und Nahrung

 

In Boxenhaltung oder überwiegender Boxenhaltung leben und leiden Pferde unter Bewegungsmangel und Reizarmut.

Auch unzureichende oder gar fehlende Möglichkeiten das Sozialverhalten auszuleben und teilweise ungenügende Ernährung bedeuten eine dauernde Belastung.

Ein Pferd bewegt sich in freier Wildbahn bis zu 8 km am Tag im langsamen Schritttempo vorwärts. Dabei nimmt es ca. 16 Stunden lang Nahrung zu sich und steht im Schutze seiner Herde. Pferde brauchen den ständigen Kontakt zu anderen Herdenmitgliedern, damit sie sich sicher und wohl fühlen können.

 

Hausgemachtes Problemverhalten

Dies, und vieles mehr, kann nicht nur zu Problemen im Umgang führen, sondern auch die Entstehung von unerwünschtem Verhalten oder sogar Verhaltensstörungen fördern.

Einzelboxen können unter bestimmten Umständen und in einigen Fällen zwar eine Alternative darstellen, sind aber dennoch für das Pferd nur die zweite Wahl.


Pferde leben am artgerechtesten in ganzjähriger Weidehaltung und mit der Möglichkeit jederzeit ihr natürliches Verhaltensrepertoire so frei wie möglich ausleben zu können.

 

 

Diesen Aspekten kommt eine enorm große und wichtige Bedeutung zu und der Ursprung im Verhalten vieler sogenannter „Problempferde“ ist oftmals in den entsprechenden Haltungsbedingungen zu finden.